Die Fridtjof-Nansen Schule

Beruflich komme ich auch hin und wieder an der Fridtjof Nansen Schule in Vahrenheide vorbei. Komischer Name dachte ich immer nur.

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Heute Morgen sagt mir Google, das er 156 zigsten Geburtstag hat. Ein Grund für mich etwas über ihn herauszufinden.

Wer war Friedtjof Wedel Jarlsberg Nansen

Schubladendenken

Vor einigen  Tagen lag eine männliche Person hilflos in der Haltestelle. Der Versuch aufzustehen scheiterte. Immer wieder stürzte er zu Boden. Ich befragte die Zehn(10) Fahrgäste die hereinkamen, was mit der Person sei.
Von nie gesehen bis wahrscheinlich betrunken war alles zu hören. Mit hilfe des mitgeführten Smartphone´s mal die Polizei verständigen –Fehlanzeige.
Ok: Wir befanden uns im Stadtteil Vahrenheide, der Mann sah ungepflegt aus…
Aber rechtfertigt das ein Schubladendenken? Und gerade erwische ich mich selber.
Vahrenheide? Schublade auf – Stadtteil rein, Schublade zu.
Fürchterlich

Nachdenklich

Der Blick aus meinem Lieblingscafé

Hier sitze ich und träume vor mich hin. Heute ist ein sch… Wetter. Da geht man lieber nicht vor die Tür.

Beim Blick aus dem Fenster kann ich wunderbar die letzten Arbeitstage Revue passieren lassen. Wie die Menschen hektisch von einem Ort zum nächsten irren. Jeder muss immer schnell irgendwo hin.

Ist das richtig so?

 

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BLick aus meinen Lieblingscafe 

Mache ich morgen…

Neulich hatte ich zwei Tage frei. Natürlich kann man den ersten Tag auch verpennen obwohl man sich etwas vorgenommen hat.

In meinem Fall war es das Fotografieren. Sollte ich es vielleicht auf morgen verschieben? Ich raffte mich dann doch auf, um mit diesem Tag etwas anzufangen.

Es stellte sich heraus, das es eine gute Entscheidung war. Die Fotos wurden gut und am nächsten Tag regnete es.

Joel aus Sambia (Hakuna Matata)

Gern erinnere ich mich an einen kleinen Fahrgast, den  1 Jährigen Joel aus Sambia.
Beinahe hätten wir uns  gar nicht kennengelernt.

Als ich in die Haltestelle -Katzenwinkel- (Anmerkung für meine Kollegen) einfuhr schrie seine Mutter durch den ganzen Bus, „Mein Kind atmet nicht mehr , es atmet nicht mehr“. Noch während ich meinen Bus in die Haltestelle hineingleiten lies drückte ich den Notruf auf meinem Bordcomputer. Sofort orderte ich einen Rettungswagen. Dann begab ich mich zu der Mutter.
Es macht manchmal übrigens Sinn, wie in einem amerikanischen Katastrophenfilm laut rumzubrüllen: „Ist ein Arzt an Bord, Ist ein Arzt an Bord“.

Ein Arzt war nicht an Bord, aber ein Johaniter Unfallhelfer. Der packte sich den kleinen Joel und „boxte“ an ihm herum. haute ihm auf den Rücken , drückte auf seine Brust. Mir sagte er ich solle meiner Leitstelle mitteilen, das es sich um einen Plötzlichen Kindstot handeln könnte. Das ist wichtig für die Rettungskräfte. So können die sich gleich unterwegs auf dieses Szenario vorbereiten.
Man muss sich vorstellen: Die Mutter war mit einer Freundin unterwegs. beide beteten und sangen Lieder in ihrer afrikanischen Sprache. Es war also alles andere als eine ruhige Lage in meinem Bus. Als die Rettungskräfte eintrafen, hatte der kleine Joel schon wieder ein paar Atemzüge gemacht. Der Unfallhelfer hatte also gute Vorarbeit geleistet. Die Rettungskräfte spritzten Joel das eine oder andere Medikament. Dann der trockene Kommentar: „Sieht gut aus, aber wir nehmen Mutter und Kind mit ins Krankenhaus“.
Das war jetzt nicht so einfach. Denn die beiden afrikanischen (beleibten) Frauen in Ihren bunten Sommerkleidern starteten gerade einen Freudentanz durch den Bus. Diese Lebensfreude zusehen war schön.

Ahner vonne Ächten?

In Hannover sprechen noch viele alte Hannoveraner eine historische Mundart. Beim Sprechen stolpert man über den“spitzen Stein“ ,viele Buchstaben werden Kaugummimäßig in die länge gezogen und sehr oft kommt: Verstehste mech(mich).

Ich also wieder auf einer meiner Touren durch Hannover,fängt dat furchtbar zu regnen an.
Ein betagter Fahrgast steigt ein: Oh ne ey, alles nass. Und allet aufen Brägen(Kopf) und aufes Chemisett(Hemd).
Ich schau ihn an und sag: Maanst wohl uppen Tünsel (meinst wohl auf den Kopf). Guckt er mich an: sach mal bisse eigendlich ahner vonne echten Hannoveraner. Darauf sag ich: das kannst glauben. Ich komm vonne Hahnrichstraße (Heinrichstrasse) wech.
Und dann stieg er auch schon wieder aus und wünschte mir wie immer: Eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Sounds of Silence

Sounds of Silence

Neulich habe ich eine neue Version von „The Sounds of Silence“ gehört.
Das war Anlass für mich darüber nachzudenken was wollte Paul Simon uns 1964 mit diesem Text sagen?
Bei meinen Recherchen bin ich auf folgendes gestoßen:
„The Sound of Silence“ bringt am stärksten das Hauptthema von Simon & Garfunkel zum Ausdruck, die Vereinsamung der Menschen in der modernen oberflächlichen Gesellschaft. Es erzählt von der Vision eines Menschen, der diese Gesellschaft durchblickt und ihre Mängel erkennt, jedoch daran scheitert, ihr seine Erkenntnis mitzuteilen.

Er erlebt zwei verschiedene Arten von Einsamkeit, die im Gegensatz zueinander stehen. Einmal ist da die „natürliche Einsamkeit“ der Dunkelheit, in der er allein mit seinen Gedanken und Gefühlen ist. Im Gegensatz zu den klassischen Konnotationen des Wortes ist es hier nicht negativ besetzt, sondern eine persönliche Zuflucht vor der Kälte und Leere der Welt. Die Dunkelheit ist für ihn ein Freund („my old friend“), zu dem er zurückkehrt („to talk with you again“), sich also bei ihr geborgen fühlt.

In dieser Geborgenheit ereilt ihn eine Vision, in der er die andere Einsamkeit kennen lernt. In traumhaften Bildern erfährt er, wie sich diese in der Gesellschaft zeigt. Sie ist die Stille, von der das Lied handelt – der Mangel an echter Kommunikation, die Unfähigkeit, zu verstehen, und der Verlust der Menschlichkeit. Zwar ist diese Gesellschaft, deren Beschreibung an eine geschäftige, moderne Stadt denken lässt („neon light“, „ten thousand people“) oberflächlich betrachtet ein positiver Gegensatz zur Dunkelheit, aber wie schon bei dieser sind die Konnotationen umgekehrt. Das Licht ist kalt und feindselig („stabbed“, „split the night“). Alles, was die Menschen tun, ist ohne Inhalt, Zweck und Verständnis: sie reden, sagen dabei aber nichts aus, sie hören, ohne auf das Gehörte zu achten und es zu verstehen. Dies ist der Klang der Stille. Diese paradox scheinende Phrase drückt aus, wie das Sinnleere sich im Lärm der Massen äußert und so kein Raum für Tiefgehendes bleibt, nur noch das Oberflächliche zählt. Auch für individuellen Ausdruck und Aufbegehren gibt es keine Möglichkeit, die Menschen verbleiben in diesem Zustand („no one dared disturb…“) Der Ich-Erzähler nun versucht, als Prophet aufzutreten und den Menschen diese Stille und ihre Bösartigkeit bewusst zu machen. Dadurch, dass sich niemand gegen sie auflehnt, wächst sie wie ein Krebsgeschwür und erstickt sie so immer weiter. Deshalb will er sie dazu bewegen, sich von dieser Selbstauflösung in der Gesellschaft abzuwenden und auf seiner Seite Geborgenheit und Wahrheit zu suchen („that I might teach you“, „take my arms“). Doch es gelingt ihm nicht, sie zu erreichen – die Menschen hören ihm wie allem anderen nicht zu, seine Worte sind nur „silent raindrops“, die nichts bewirken.

Nur in den Manifestationen der Stille ruft er eine Reaktion hervor („echoed in the wells of silence“). Die Menschen dienen („bowed and prayed“) diesen Ausdrücken des modernen Lebens, die eigentlich von ihnen geschaffen wurden („the neon god they made“), aber sie nun beherrschen und ihrer Menschlichkeit berauben. Diese Personifikationen der Stille sind ihre Götzen geworden, nach denen sie ihr Leben ausrichten. Nun warnen sie die Menschen vor dem Erzähler und dessen Botschaft, um diesen Zustand der Leere und Stille zu erhalten und weiter zu vertiefen. Ihm entgegen setzen sie die Texte von Graffitis, die sie als die wahren Prophetenworte ausrufen („the words of the prophets are writen on the subway walls“). Diese verstehen sich oberflächlich als Aufbegehren gegen die Gesellschaft, doch verbleiben in dieser Oberflächlichkeit und sind somit nur ein noch stärkerer Ausdruck der Stille, insbesondere durch die Repräsentativität auch der Orte, auf denen sie aufgesprüht sind, für die gesamte moderne Gesellschaft. Dass sie diese Worte zu ihrer „heiligen Schrift“ machen, drückt gerade die Sinnentleerung der Grundlagen dieser Gesellschaft aus und zeigt somit das schlussendliche Scheitern des Ich-Erzählers, denn am Ende verbleibt der Klang der Stille als „Schlusswort“ („and whispered in the sound of silence“).

 

Helene Fischer und Ich

Neulich wurde ich gefragt, was das schönste Erlebnis zwischen mir und meinen Fahrgästen gewesen sei.
Tatsächlich fällt mir da etwas ein und zu verdanken habe ich das Helene Fischer.

Ich habe jetzt auch das Datum mal genau recherchiert.
Helene Fischer hatte am 10.11.2010 ihre Debüt Tour „Mitten im Paradies“ (danke Google)in der damaligen AWD Hall, angrenzend an die damalige Haltestelle Stadionsporthalle.
Zwischendurch möchte ich erwähnen das ich bekennender SchlagerFan bin. Sonst wäre dieses Ereignis gar nicht möglich gewesen. Am besagten Abend hatte ich Dienst auf der Erlebnislinie 100/200 (heißt wirklich so und – macht für mich – ihrem Namen alle Ehre). Am Kröpcke in der City füllte sich der Bus schon merklich. Alle waren gut drauf und sangen sich schon mal warm. An den nächsten Stationen wurde es immer voller.
An der vorletzten Station stellte ich die Haltestellenansage aus. Als ich dann in die nächste Haltestelle einfuhr machte ich eine eigene Durchsage: Haltestelle „Mitten im Paradies“. Nun heißt es ja, dass auf eine Aktion eine Reaktion folgt.
Unglaublich das Gejohle von meinen Fahrgästen. Von „Hey lass den Bus stehen, wir bezahlen dir den Eintritt. Dein Chef wird’s verstehen, bis „geile Nummer da vorne sitzt einer von uns“ war alle dabei Und statt hinten auszusteigen, drängten alle Fahrgäste nach vorne um mir in irgendeiner Weise zu zeigen das ich zusammen mit Helene Fische das gröbste Highlight des Abends sein werde. High Five, am Arm rütteln, Luftküsschen…..
Der Kollege der mir entgegenkam dachte wohl ich werde überfallen.
Und irgendwie war das ja auch so.